Den Blog der verschiedenen Teams haben die meisten ja gelesen, wer nicht, der sollte es nachholen, ich glaube, von dieser Homepage geht ein Link los, wenn nicht, dann kurze Meldung.
Was ist passiert?
Es ging damit los, dass der Saab ohne Heizung und diverser anderer Macken daherkam. Olaf, Mechaniker und Sponsor und ich haben repariert und den Fehler der Heizung gesucht und waren unschlüssig, woran es liegen könne. Nach diversen Stunden werkeln in verschiedenen Bereichen habe ich festegestellt, dass es auch ohne Heizung geht. Nach dem Start in Dresden ging es vorbei am Technikmuseum Sinsheim (wo es einen Stop gab) nach Hohberg in der Nähe von Offenburg.
Beim lecker Bier und Schnitzel aus der Retorte gab es die ersten Bekanntschaften, unter anderem die Dresdner mit ihrem Daihatsu Rocky, die sehr minimalistisch ausgerüstet waren und es noch kurz vor Fahrtantritt gebracht haben, dann doch drei Gabeln und einen Löffel zu kaufen, für drei Leute versteht sich, wobei eine Gabel am Ende der Reise noch das Preisschild hatte. Die Ersatzräder des Wagens hatten sie auf das Dach gestellt und ohne weitere Sicherung in den Dachträger geklemmt.
Feine Bande.
Nächsten Tag nach Frankreich, kalt, aber immer wieder nett. Beim Geocaching den Cache gefunden, wir wurden Geocachingmeisterlehrlingsgehilfen und erhielten dann am Ende der Tour das Goldene GPS aus Teakholz.
Weiter nach Angouleme, zum Glück verfahren. Long Way to Banjul stand mit Motorschaden am Arsch der Heide und kam nicht weiter, der Schaden konnte aber gerichtet werden, weiter durch die Pyrenäen, bei Regen und Sturm. Das Auto war weitgehend wasserdicht. Ab nach Madrid und dort festgestellt, dass der Kocher den Kofferraum mit Petroleum geflutet hat,
Noch gegen das Tiefgaragentor gefahren und dann weiter zum nächsten Cachepunkt. Auch gefunden!
Weiter zum betrunkensten Platzwart in der Campingplatzgeschichte an der Südküste Spaniens.
Nächster Tag dann die Überfahrt nach Afrika, wegen des Herdentriebes hat eine Hälfte der Rallyeteilnehmer eine Fähre zu früh genommen, aber angekommen sind dennoch alle...
. In Marokko hatten die Schlaglöcher auch nach deutschen Massstäben bedrohliche Ausmaße, zumindest für den ersten Teil der Reise, als man es noch nicht gewohnt war, überall durch zu fahren, was nicht zwangsläufig das Fahrzeug beschädigt. In Larache auf dem Campingplatz dann die Gruppe gefunden, die bis zum Ende hielt.
Team Braune Cobra I+II, (keiner weiß woher der Name kommt), Team Gourmetflizza und Elke Pohn, (laut vor sich hin aussprechen, dann weiß man was es bedeutet). Dann ins beeindruckende Meknes,
eine Ort mit 42km Stadtmauer, gefühlten 5 Mio Einwohnern auf der Fläche Harburgs (In etwa wie Kiel bei Malente, kennt auch keiner), interessanterweise sprach eine Hälfte deutsch.
Nach drei Std. Wanderung durch die Stadt, die gleichzeitig Markt ist, ins offenbar einzige Restaurant 1001 Nacht: Die Ansage des Kellners oder Besitzers:
"Wir kochen frisch, das dauert eine Stunde."
Nach zwei Stunden kamen die ersten Getränke, nach 5 Std waren wir erst wieder raus, draussen ar schon alles duster und der Campingplatz machte erst um 12:00 Uhr auf, allerdings am 29.05. des nächsten Jahres.
Als die Idee aufkam, hinter einer Mauer die Zelte aufzuschlagen, kam der Besitzer und sagte, dass wir dort nicht zelten solten.
Er hätte eine Schafweide weiter unten, mit Wasser und nicht so abschüssig wie der zuerst geplnte Platz. Wagenburg gebaut, und dann am nächsten Morgen mit Frühstück bewirtet worden, Tee, Rührei, Brot, Butter, Öl und Honig und Käse.
Weiter an den örtlichen Wasserfällen vorbei
(nächste Spezies kennengelernt: Alles gratis, wenn ihr bezahlt), ab nach Marakesch.
Bergauf und in Linkskurven ging das Auto aus, ein Fehler, der nach dem Auffüllen des Tanks weg ist.
250€ Auto eben...
In den Supermärkten war der Bierverkauf 15min vor unserem Eintreffen beendet worden, aber mit Hundeaugen bekam man auch was unter dem Ladentisch. Auf dem Campingplatz gabs leicht räudige Pfaue und weiter gings über Essaouira
nach Plage Aglou, ein Platz mit zwei Sorten Wind, warm und kalt, wer es nicht erlebt hat, glaubt es nicht, wie warmes und kaltes Wasser. Am nächsten Tag zum Beduinencamp
kurz vor Laayoune, einer Garnisionsstadt, irgendwann ging es nach rechts ab, fünf km dem nächsten Reflexpunkt im Scheinwerferlicht folgen, sollte ein Tier vor diesen Markierungen stehen, kann man gleich umdrehen. Die erste weitere Strecke Offroad.
Kamel auf Dattel ist alle, aber das Bier kalt. Überlebende berichten, ich hätte auf der Daihatsu Rocky Haube getanzt, die dann krumm war, seltsam.... Muss an der Salzwasserdusche gelegen haben, der Campingplatz liegt an einer salzigen Quelle.
Dann durch Laayoune, die Kontrollen werden immer strenger, man muss den Polizisten einen Zettel mit allen Daten, den sogenannten Fiche geben, dann kommt handschriftlich was dazu und fertig ist ein nordafrikanischer Verwaltungsapparat.
Weiter nach Dakhla, Auspuff reparieren lassen, derweil in ein Internetcafe und für das Tippen von zwei Sätzen 30 min gebraucht: arabische Tastatur, zwar mit lateinischer Beschriftung aber anders verteilt. Für die Wüste 110l Wasser ins Auto getan, von den Dresdnern gab's ein feines Graffiti am Auto, Säcke, elende...
Dann zum Dünenkamp, auf dem Weg dorthin rechts ab zur Marinestation, baden. Herrliche Wellen!
Der Opel von Gourmetflizza hat dann auf dem Weg zurück zur Straße die Stoßstange verloren, soll bei dieser Art Opel nach Auskunft der Orgas eigentich erst später passieren. Dann Treffen im Restaurant am Ende des Universums. Eine Mall, um das schöne Wort mal zu benutzen, im Nirgendwo.
Das war so weit von allem weg, da gab's vermutlich nicht mal Koordinaten. Unglaublich. Dann raus aus Marokko bzw. Westsahara, und durch drei! Kilometer Niemandsland. Keine Straße, kein Weg, Autowracks überall, echt schräg.
Wenn man etwas wegwerfen will, dann da, da ist wirklich niemand zuständig. Der halbe Tag geht drauf mit Warten, dann gehts weiter zur Düne.
Der Halbmond ist da nicht wie gewohnt rechts oder links, sondern die Sichel ist unten geschlossen, d. h. der Mond sieht aus wie eine Schale. Weiter am nächsten Tag, zum Strand, Jan ruft "Stoff" und meint schneller, ich versteh stopp. Stopp ist dann auch. Etwas schieben, weiter gehts. Den Tip beherzigend, dass man bei mäßigem Untergrund über die Grasbuckel fahren soll, komme ich bei etwa 80-90km/h ins Fliegen und knalle mit der vorderen rechten Ecke in den Sand, der dort fester ist als sonst. Von drinnen tut sich folgendes: Dichter schwarzer Rauch kommt aus der Lüftung, ich denke an Kabelbrand und stelle die Lüftung auf 1. Beim Erreichen einer Felsplatte stelle ich fest, dass die Ölkontrolle an ist. Motor aus und es bleibt die bange Frage, wie lange die Motoröllampe an war.
Von vorne betrachtet hat der Aufprall das Kühlerpaket nach hinten verschoben. Es gibt den Wasser-, den Getriebeöl-, Ladeluft-, Klima- und Ölkühler. Und der einzige, der an dieser Stelle hätte kaputt gehen dürfen, der Motorölkühler geht kaputt, gedrückt gegen den Klimakompressor. Dieser fliegt raus, Schläuche verbinden, fertig.
Der Rauch bestand aus dem Öl, welches auf den Turbolader gespritzt ist und dort verbrannte. Die Frontscheibe hat nen Riss, eigentlich zwei, einer innen, einer außen, die sich seit dem ein Wettrennen liefern. Am Schluß gewann übrigens der Riß außen mit deutlichem Vorsprung,
Dann auf die Ebbe warten, um auf den Strand zu kommen. Am Strand Fischgräten, ein toter Esel, und bettelnde Kinder. Am Strand wurde das Lager aufgebaut, und alle haben sich auf den nächsten Tag gefreut, dieser sollte ein Ruhetag werden.
Wurde er auch, leider bei Sandsturm. Bei Ebbe weiter, nach Nuakchott. Auberge Sahara, wer Glückhat und kein Zimmer bekommt, legt sich aufs Dach, unter ein Moskitonetz.
Was für ein Gefühl, ab 04:00 Uhr rief der Muezzin, herrlich, so weit vom Alltag weg zu sein. Weiter, zur maurischen Grenze, der Gourmetflizza hat die Grätsche gemacht, Motor fest. Erst wird er von dem Laster gezogen, dann später von uns, dazu mehr. Ab nach St. Louis im Senegal. So sah New Orleans aus, vor 80 Jahren. Ein Ruhetag, dann, übernächsten Tag um 06:00 Uhr los. Am Strand liefen Krabben herum, etwa 8-10cm im Durchmesser, in der Bar hingen die Dresdner rum, auch etwa so breit. Die drei vollwie sie waren, in die anderen Autos verteilt, weil die nicht mal stehen konnten, und los ging es. den Opel hinten dran, Maximalverbrauch laut Bordrechner 186l/100 km. Ging dann aber runter auf 18,5l/100km.
Hier dann der Badestrand der Einheimischen:
bis Kaolack gute Straßen, Schlaglöcher bis 10cm Tiefe sind Ausdruck der Individualität der Straßenbauer. Dann zur Umfahrung irgendwelcher Städte durch den Sand, schon sah Afrika aus, wie in der Kaffeewerbung. Ab Kaolack war dann der Strassenzustand immer schlechter, die Löcher, denen man auswich, waren 3cm tief, in die man reinkam waren 15-20cm tief. Also geradeaus, mit 60-70 km/h mit dem Opel hinten dran durch die Piste, keine weiteren Schäden
Mein Dresdner hat 12 Std gepennt, unter anderem auch bei der Schlaglochpiste, teils mit Zigarette im Mund. Dann abends auf die Fähre, ab nach Gambia, ein krasser Gegensatz zum Senegal, da dort alles viel sauberer und ordentlicher war. Mit Polizeibegleitung und Freihalten des Verkehrs ging es in das Zielrestaurant, Spaghetti satt, besser hätte es nicht kommen können. Diese Nacht und die folgende Woche ist dann die Zehnergruppe in einem Appartment im Bamboo Guesthouse untergekommen.
Man kann sich nicht beklagen, die im Brot eingebackenen Käfer haben schon keinen mehr interessiert. Dann eine gemischte Woche Gambia, endlich der Heimflug und nach 14 Std zurück in Hamburg.
Das wars erstmal, ich habe heute noch Sand in der Dusche.
Insgesamt waren schon 8473 Besucher (20398 Hits) hier!